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Langlauf und Gesundheit
Schutz bei Kälte

Tiefverschneite Wälder und Wiesen, Rauhreif an Zäunen und Gräsern, blauer Himmel und Sonnenschein, klirrende Kälte und dampfender Atem - all dies sind die schönen Seiten, die wir vom Langlaufen erwarten. Diese stimmungsvollen Momente können aber durch extrem tiefe Temperaturen nachträglich noch einen faden Beigeschmack erhalten, denn Frostschäden machen sich meist erst beim Aufwärmen schmerzhaft bemerkbar und halten lange an. Kälte, Wind, Nässe, Sonneneinstrahlung und niedrige Luftfeuchtigkeit können unmerklich zu Schäden an Haut und Augen führen.

Deshalb ist es wichtig, neben der zweckmäßigen, funktionalen Kleidung (Zwiebel- oder Mehrschichtenprinzip) auch die freien Hautpartien im Gesicht zu schützen. Hier helfen Vaseline oder andere, auf Fettbasis zusammengesetzte Hautcremes. Vor allem Nasenspitze, Wangenknochen und Ohrläppchen sollten mit einer dicken Fettschicht bedeckt werden. Spezielle Kälteschutzsalben geben zusätzlich das Gefühl der Wärme. Dieser Schutz rechtzeitig aufgetragen und regelmäßig erneuert verhindert das Sprödewerden und Austrocknen der Haut (abgesehen von der Faltenbildung und vorzeitigen Alterung). Sollte es noch kälter werden, helfen auch Tape-Streifen, die Haut vor Kälte und vor allem vor Wind zu schützen. Besonders bei kalter und trockener Luft sollte, um einer Schädigung der Lungenbläschen vorzubeugen, bei der Atmung auf eine konsequente Nasenatmung geachtet werden. Dadurch wird die Luft in den Atemwegen angewärmt und angefeuchtet. Ein Mundschutz am besten aus Neopren, da er nicht so leicht festfriert, hilft auch hier, extreme Werte ohne Schaden zu überstehen.

Häufig machen bei Kälte auch die Füße und Zehen Probleme. Mit einem zweiten Paar Socken ist es meist nicht getan, da durch die Enge im Schuh der Fuß noch weniger durchblutet wird und dadurch eine eigene Wärmeproduktion eingeschränkt wird. Deshalb sollte zuerst durch gesteigerte Bewegung der Zehen der Blutfluß angeregt werden. Ein Lockern der Schnürung ermöglicht häufig ebenfalls eine bessere Blutversorgung und somit eine Erwärmung der Fußspitzen. Beim Anziehen kann durch Auftragen einer isolierenden Fettschicht (wie Vaseline oder Kälteschutzcreme) kalten Füßen vorgebeugt werden. Diese entstehen meist nicht durch extreme Temperaturen, sondern eher durch feuchtes Schuhwerk, hervorgerufen durch Schweiss und schmelzenden Schnee. Bei der Sockenwahl sollte deshalb besonders auf funktionale, d.h. feuchtigkeitabtransportierende Materialien wert gelegt werden. Insbesondere bei Touren abseits der Loipe im tiefen Schnee schützen Überschuhe, vor zu viel und zu schnell eindringender Feuchtigkeit. Ansonsten bleibt nur der Sockenwechsel, um die Füße wieder trocken zu legen.

Ähnliche Probleme können bei den Fingern, welche ebenfalls weniger gut durchblutet werden, auftreten. Wenn sie dann noch in engen Handschuhen oder einige Finger durch enge Ringe eingeschnürt werden, kann es zu Frostschäden an den Fingerkuppen kommen. Fäustlinge oder auch 3-Finger-Handschuhe ermöglichen einen Wärmeaustausch zwischen den Fingern. Um bei stürmischen Bedingungen die Hände warm zu halten, genügt meist schon ein dünner, windabweisender Fäustling über die eigentlichen LL-Handschuhe gezogen.

Auch wenn es mal etwas kälter ist, bedeutet dies nicht, daß wir auf die Harmonie und Ruhe der wunderschönen Winterlandschaft verzichten müssen. Wir müssen uns nur auf die natürlichen Gegebenheiten des Winters einstellen, und wir werden auch diese Tage unbeschadet genießen können.

 

Langlauf und Gesundheit
Stressabbau in der Natur

 

Das Das allgemeine Körper- und Umweltbewusstsein hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Zeit, Harmonie und Besinnung auf das innere Gleichgewicht scheinen in der hektischen Arbeitswelt erstrebenswerte Luxusgüter. Die Bereitschaft, die eigene Gesundheit und Vitalität zu stärken, wächst überall wie das Verlangen nach ausgedehnten Ruhepausen abseits kräftezehrender Alltagshektik und berufsbedingter Stressfaktoren.

Regelmäßige sportliche Aktivität bereitet den Körper besser auf Stress vor, weil Bewegung selbst eine gesunde Form von Stress darstellt. Schwierig ist es dabei, das richtige Maß zu finden. Während der körperlichen Betätigung wird der alltägliche Strom der Gedanken unterbrochen und wir können auch von hartnäckigen Sorgen abkoppeln, die uns inneren Stress verursachen. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung, also das Verhältnis von Belastung und Erholung, spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Ruhephase nach der Anstrengung bewirkt im Körper einen Impuls zum Neuaufbau von Energie bis über den bisherigen Stand hinaus. Gleichzeitig hat diese Wechselwirkung noch eine weitere wichtige körperliche Auswirkung: Sie stärkt die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems. Dabei reiht sich Langlauf als Natur- und Kraftausdauersport ganz oben in die Liste der gesundheitsorientierten Sportarten.

Ziel sollte dabei nicht die sportliche Höchstleistung sein, sondern das funktionelle Optimum des gesamten Organismus. Im Streben nach großen Zielen vergessen wir oft, uns an den Kleinigkeiten, welche vor allem bei den Natursportarten, inbesondere beim Langlauf, zahlreich sind, zu erfreuen. Die wichtige Voraussetzung für geistige Entspannung ist die Wahrnehmung der Stressreaktion des Körpers, und zwar nicht erst dann, wenn wir Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen haben oder “unerklärlich” erschöpft sind. Beim Langlaufen haben wir die Möglichkeit, unser vielleicht verloren gegangenes Körperbewusstsein wieder zu entdecken. Der Aufenthalt in der Ruhe ausstrahlenden winterlichen Landschaft und die sanfte, gleitende Bewegung des Langlaufens erzeugen einen harmonischen Einklang zwischen Geist, Körper und Mutter Natur. Die Wahrnehmung des Augenblickes vermittelt uns jenes Glücksgefühl, von dem wir im Alltag zehren. Durch zunehmende Ruhe und Gelassenheit wird unser Selbstbewusstsein gestärkt und es fällt uns leichter, Schwierigkeiten zu meistern.

 

Skipflege und Wachskunde
 

 

Ein Ein Langlaufski kann durch unsachgemäße Handhabung und unzweckmäßiges Werkzeug beschädigt werden. Deshalb gehört zu einer erfolgreichen Skipflege die entsprechende Tuning-Ausrüstung, welche von allen führenden Wachsherstellern angeboten wird. Wie umfangreich und spezialisiert dieses Sortiment sein sollte, hängt von der Benutzungshäufigkeit und der Zielsetzung ab. Ein Grundsortiment bestehend aus einem fusselfreien Reiningungtuch, Fibertex (spezielle Nylonfaser-Matte) und einer Plastikabziehklinge sollte jeder Langläufer besitzen. Mit Hilfe einer scharfen Metallabziehklinge können grobe Belagsunebenheiten entfernt werden. Spätestens jetzt wird ein spezieller Wachstisch notwendig, um den Ski beim Tuning sicher und fest einspannen zu können. Bestens geeignet sind Befestigungsmechanismen an der Bindung, da die Seitenwangen nicht belastet und Strukturgeräte störungsfrei über die ganze Lauffläche gezogen werden können.

Im Rennlauf verwendete Strukturgeräte pressen feine Rillen in die Belagsoberfläche und verbessern dadurch die Gleiteigenschaft. Empfehlenswert sind zwei unterschiedliche Dicken (0,5 bis 3,0 mm), wobei eine unterbrochene Struktur dabei sein sollte. Die Härte der Bürsten zum Reinigen hängt von dem verwendeten Wachs ab. Für Flourwachse sollten spezielle Bürsten verwendet werden. Entsprechend umfangreich ist das Angebot. Bronze- und Messingbürsten dienen nur zum Hervorheben von Mikrofasern, welche anschließend wieder mit Fibertex geglättet werden müssen. Beim Einsatz von Rotorbürsten ist darauf zu achten, dass die Drehzahl nicht höher als 750 U/min liegt, da sonst Reibungswärme entsteht, die die Belagsoberfläche versiegelt. Haushaltsbügeleisen erfüllen prinzipell bei normalen Wachsen ihren Zweck. Bei Flourwachsen sollte ein spezielles Wachseisen verwendet werden, da dies durch die dickere Bodenplatte und den genaueren Thermostat eine gleichmäßige Hitzeverteilung gewährleistet. Generell gilt die Faustregel: wenn das Wachs verdampft ist, ist das Eisen zu heiß eingestellt.

Häufig sind vor allem beim Auftragen und Entfernen von Klisterwachsen im Freien noch Gasbrenner zu sehen. Hierzu gilt: ein offene Flamme zerstört auch beim vorsichtigen Gebrauch die Belagsoberfläche! Die Spitzen der Polyäthylenhärchen verbrennen und bilden harte, miskroskopische Kugeln. Eine Wachsaufnahme wird dadurch unmöglich gemacht und der Belag muss neu abgeschliffen werden. Klister können mit der Handwärme und viel Geduld genausogut aufgetragen werden. Zur Reinigung können Heißluftföns und Plexiklinge verwendet werden.

Weitere Fragen zum Thema Skipflege und Wachskunde beantworten unsere Skilehrer gerne während den Kursen, Urlauben und Reisen.